14.3.07

Die USA

Da ich mit Air Pacific von Auckland in die USA geflogen bin, mussten wir in Nadi zwischenlanden um dort einen anderen Flieger nach Los Angeles zu besteigen, der zum Glueck ueber 10 Stunden Verspaetung hatte. Erstaunt stellte ich fest, dass ich die Nacht in einem Hotel auf Fidschi auf Kosten der Fluggesellschaft verbringen darf, drei Betten nur fuer mich alleine - was sagt man dazu? - etwa zwei zu viel? In Los Angeles gelandet musste ich natuerlich meine Fingerabdruecke der US-Datenbank (etwa von der NSA verwaltet?) zufuegen - mein linker abgeschnittener Zeigerfinger ist dafuer anscheinend nicht geeignet, so wollte der Grenzbeamte meinen linken Daumen haben. Meine erste Eindruecke aus den USA sehen folgendermassen aus: der Ein-Dollar-Schein beherrscht das Bild, egal welcher Automat, Busticket, Getraenke, Internet - dieser Schein wird gebraucht. Als Naechstes habe ich erfahren, haette ich eigentlich noch aus Pulp Fiction wissen muessen, wie ein Hamburger bei McDonalds heisst - Kuota Paunda, richtig. Was noch, Kaffee scheint in den USA Wasser als Getraenk zu ersetzen, ich weiss nicht welche Mengen davon sie verbrauchen, aber die Statistik wird sicherlich interessant aussehen - soll es etwa wirklich das Ergebnis der Boston Tea Party sein? Kaum zu glauben. Wahrscheinlich erklaert es auch die Dichte der Starbucks Cafes - die Anzahl der Doenerbuden in der dortmunder Nordstadt kann hiermit sicherlich nicht mithalten. Der oeffentliche Nahverkehr ist meines Erachtens gar nicht schlecht - und die Preise wuerde ich mir auch in Deutschland wuenschen. Ein-Tages-Ticket fuer ganz L.A. kostet ganze drei USD . In San Francisco und Seattle sind Busse, die ueber Oberleitungen angetrieben, im Einsatz. Die Fahrt mit Amtrak ist ein Genuss, so gibt es wahrcheinlich nur wenige Strecken, die landschaftlich wenig zu bieten haben. Was die Puenktlichkeit angeht koennte sich Amtrak jedoch die Deutsche Bahn als Beispiel nehmen - so stellt euch lieber nicht vor, wie viele Stunden Verspaetung die Zuege hatten. Bisher ist mein Bild von DEM AMERIKA positiv, obwohl ich mich nicht auf den Weg nach East L.A. begeben habe - ich bewerte auch Dortmund nicht an dem Eindruck aus Scharnhorst. Was sicherlich ins Auge faellt, sind die vielen Obdachlosen - nun, das us-amerikanische Gesellschaftsbild ist anders als unser. Alles in allem scheint es ein ganz normales Land mit normalen Menschen zu sein - dieses weicht sicherlich von dem Bild ab, welches wir ueber die Medien und die Unterhaltungsindustrie aufgesogen haben - ein normales Land der unbegrenzten Moeglichkeiten.

Gruss aus Seattle

Les

3.3.07

Neuseeland - von der Suedinsel bis nach Auckland


Sollte ich nach dem Tod nicht direkt in den Himmel kommen, sondern als eine Kuh oder ein Schaaf wiedergeboren werden - so wuerde ich definitiv alles tun, um nach Neuseeland zu kommen. Ob die 40 Millionen Schaafe hier sich dessen bewusst sind, in welchem Paradies sie leben? Wahrscheinlich schon - die meisten sehen schon ziemlich zufrieden aus - weiden sie doch auf den saftigen gruenen Wiesen in landschaftlich an Schoenheit kaum zu ueberbietenden Gebieten mit Gletschern, Bergen, schneebedeckten Bergen, wegen der Gletscher tief blau-tuerkiesfarbenen Fluessen, die zum Teil wirkllich surreal wirken. Auf Grund der kleinen Flaeche der Suedinsel haben die Sedimente aus den Gletschern wahrscheinlich nicht genug Zeit, sich abzusetzen - welch ein Glueck fuer das menschliche Auge. In der Gegen um Wanaka braucht man nur eine Stunde Zufuss zuruecklegen, um sich den Rob Roy-Gletscher anzusehen. Es ist schon ein unvergessliches Erlebnis Lawinen zuzusehen, aus einer sicheren Entfernung natuerlich (Anmerkung an die Eltern). Von Wanaka ist es nur eine Stunde mit dem Auto nach Queenstown, wahrscheinlich DER Stadt auf der Suedinsel. Eine Stadt fuer Adrenalinjunkies, der hoechste Bungyjump der Welt kann dort genossen werden, glatte 134 Meter Freifall die allein beim Zuschauen einen Eindruck machen, viele Cafes, Bars und Geschaefte machen den Aufenthalt unvergesslich. Und dann kamm Milford Sound! Die Gegend heisst Fjordland, nicht ohne Grund, wie einige von euch bereits auf den Fotos es gesehen haben - die die noch nicht in Norwergen waren, stellen sich einen Fjord wahrscheinlich auch so vor, steile Waende, tiefes Wasser und ein wirlich starker Eindruck, die die Natur einem hinterlaesst. Von Milford habe ich mich dann ueber Queenstown auf den Weg nach Mt. Cook gemacht, um den 3754 M. ue. N.N. zu besteigen. Nun, bestiegen habe ich den hoechsten Berg Neuseelands nicht - heisse schliesslich nicht Edmund Hillary (der zurzeit in Auckland lebt - 1953 hat er zusammen mit Tenzing Norgay als erster Mensch den Mt. Everest bestiegen) , allein des Anblicks war die Reise wert. Die Zeit wird eng, dessen wurde ich mir bewusst und habe mich so schnell wie moeglich nach Picton begeben, um die grosse Uberfahrt ueber die Cook Strasse, die die Suedinsel von der Nordinsel trennt, zu wagen. Nach drei Stunden war die nur zu emfehlende Ueberfahrt geschafft, so bin ich in Wellinton, der Hauptstadt gelandet. Kleiner als Dortmund, macht sie doch einen ganz vernuenftigen Eindruck, sehr viele Cafes, Bars, Theater, ein geniales Te Papa Museum, nach dem Guinness Museum in Dublin das zweite, welches ich wahrscheinlich jedem empfehlen wuerde - alles, wie es sich fuer eine Hauptstadt gehoert. Schliesslich habe ich mich entschieden, mit dem Zug, genannt - the Overlander - von Wellinton nach Auckland zu fahren, naja, man kann in den etwas ueber vier Wochen nicht alles sehen.

Beste Gruss aus Auckland

Les

13.2.07

Ueber Melbourne nach Neuseeland

Heya Guys! Diesen Spruch werde ich mir abgewoehnen muessen - das ist klar. Nun bin ich im neuen Land angekommen, Neuseeland. Zuerst habe ich ein paar Tage in Perth verbracht, alte Bekannschaften getroffen, die man so auf dem Weg ueber die Westkueste gemacht hat - als Ergebnis kann ich euch nur mitteilen, dass Kneipen in Perth nicht allzu billig sind - dann schon lieber nach Melbourne, fuer mich die schoenste Stadt Australiens, eine wunderschoene Victoria State Library in der man Tage verbringen kann, unendliche Anzahl von Cafes und Kneipen, in denen man unzaehlige Naechte verbringen kann. Fuenf Tage in Melbourne, Partys mit alten Bekannten (Anja - noch einmal danke fuer die Zeit in Melbourne, das Wiedersehen war schon genial) an meiner alten Wirkungsstaette - und dann direkt nach Neuseeland, um sich wieder einmal zu entspannen und weiter zu ziehen. Gelandet bin ich in Christchurch, der groessten Stadt auf der Suedinsel. Fuer die, die es noch nicht wissen, Neuseeland besteht haupsaechlich aus zwei Inseln, der Suedinsel und der Nordinsel - praktisch waren die damaligen Einwanderer auf jeden Fall. Die Bergkette auf der Suedinsel heisst??? wer weiss es? Ja, genau, die Suedlichen Alpen. Zurzeit sitze ich im Franz Josef Glacier (so heisst die Ortschaft - die Oesis scheinen auch ihren Anteil an Entdeckern von neuen Welten zu haben, obwohl Julius von Haast, der Entdecker ein Deutscher war - etwa ein weiterer Opportunist?) und ziehe weiter in Richtung Sueden, um irgendwann mal im Fjordland anzukommen. Fuer Outdoor-Geschaedigte ist es DAS Land, Wandern, Klettern, Kajakfahren, Kanu, Segeln, Bungie, Rafting, Gletscherwandern und was weiss ich noch. Dies ist besonders eine Empfehung an die Gebrueder Grzeschik:-)

Gruss aus Neuseeland

Les

27.1.07

Westaustralien


Vor ein paar Tagen habe ich meine Taetigkeit auf der Sandelholzplantage gekuendigt und habe nun wieder Zeit, uebers Reisen zu berichten. Seit Monaten bin ich in nur einem Bundesstaat Australiens unterwegs - Western Australia. Ganz Australien ca. 21 mal groesser ist als Deutschland, allein West Australia ist immer noch 7 mal groesser als Deutschland und hat dabei nur 2 Millionen Einwohner - wobei etwa 1,3 Millionen alleine in Perth leben. Praktisch bedeutet das, dass ich von Darwin nach Perth etwa 4000 km zurueckgelegt habe ohne eine groessere Stadt, ganz zu schweigen davon eine grosse Stadt anzufahren. Man faehrt, faehrt und faehrt, kommt einem ein Auto entgegen, gruessen sich die Fahrer ohne sich zu kennen - wahrscheinlich aus Langeweile. Waehrend der Regenzeit im Norden Australiens wird der Great Northern Highway ofter fuer ein paar Tage gesperrt - es fliesst zu viel Wasser ueber die Strassen, sogar zu viel, um mit einem Gelaendewagen durchzukommen. Mit dem Bus mussten wir ein paar mal anhalten und warten, bis der Wasserpegel sinkt, um weiter fahren zu koennen. Ich habe es noch geschafft, aus Kununurra herauszukommen, die Nachkommenden mussten mindestens sechs oder sieben Tage warten - oh, Kununurra, ich werde dich nicht unbedingt vermissen! Die Westkueste ist genial, vor allem in der Nebensaison, die
Busse sind leer, die Hostels sind leer, die Straende sind leer - so wie es eigentlich sein sollte - wer auf Action und Party steht, sollte die Westkueste (mit der Ausnahme von Perth) lieber meiden und stattdessen die Ostkueste erkunden.

Beste Gruesse

Les